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Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde  - Delius, Friedrich Christian Niveau 4

Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde

Autor:Delius, Friedrich Christian
Erscheinungsjahr:1994
Verlag:Rowohlt
Verlagsort:Reinbek bei Hamburg
Seitenzahl:120
Gattung:Biographische Erzählung
Thema:Aufwachsen
Sprachniveau: C1
 
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Zum Autor

Friedrich Christian Delius wurde im Jahr 1943 in Rom geboren, wuchs danach jedoch in der hessischen Provinz auf. Er studierte von 1963 bis 1970 Literaturwissenschaft in West-Berlin. Von 1970 bis 1978 war Delius Lektor bei mehreren Verlagshäusern.
Seit Mitte der 60er Jahre ist Delius als freier Autor und Publizist tätig. Er erhielt für seine literarischen Werke eine Vielzahl an Preisen und Auszeichnungen (u.a. Joseph-Breitbach-Preis, Georg-Büchner-Preis, Gastprofessuren an mehreren Universitäten). Heute lebt Delius mit seiner Familie in Berlin und Rom.

Zum Inhalt

Am 4. Juli 1954 wurde die deutsche Mannschaft um Trainer Sepp Herberger und Kapitän Fritz Walter zum ersten Mal Fußballweltmeister. An diesem Sonntag hörten viele Deutsche die Übertragung im Radio. Die Handlung des Buches spielt nicht am Finale-Ort Bern in der Schweiz, sondern in der westdeutschen Provinz, genauer gesagt im hessischen Dorf Wehrda. Protagonist und Erzähler ist ein 11-jähriger Pfarrerssohn, von Schuppenflechte, Sprachbehinderung und Schulängsten geplagt. Er erlebt auch an diesem besonderen Tag die typischen Sonntagsrituale seiner christlichen Umgebung: Das viertelstündige Glockengeläut zum Sonntagmorgen, das Sonntagsfrühstück mit Kakao und Johannisbeergelee, die Sonntagspredigt in der evangelischen Kirche des Vaters, Mittagessen mit dem Sonntagsbraten und die anschließende obligatorische Ruhepause. Aus dieser Routine entflieht der Junge mit Hilfe des Radios und der legendären Übertragung der Partie zwischen Deutschland und Ungarn. Obwohl weit entfernt fühlt sich der Junge fasziniert von den "Fußballgöttern" und "Teufelskerlen" und entdeckt sich sowie seine Umgebung neu.

Lesehinweise

Die Erzählstruktur von Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde ist äußerst stringent: Die Handlung findet komplett innerhalb des 4. Juli 1954 statt und wird aus der Perspektive eines 11-jährigen Jungen wiedergegeben. Das Buch lebt von den intimen Gedanken des Protagonisten, die teilweise auch sehr ausgedehnt sind, aber einen interessanten Einblick in sein Innenleben  geben. Die Handlung spielt in der Nachkriegszeit und in einer ländlichen Umgebung, darum können dir einige Traditionen und Wörter vielleicht neu sein.

Zum Nachdenken

Welche gesundheitlichen Probleme plagen die Hauptfigur? Welche negativen Konsequenzen haben sie?
Wie erlebt der Junge den sonntäglichen Kirchenbesuch?
Wo und mit wem verfolgt der Ich-Erzähler das Endspiel der Fußball-WM?

Wertung

"Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde, ist kein Fußballbuch, sondern ein Buch über Väter und Söhne, über Befreiung und Unterdrückung durch Sprache; teilweise auch über das Leben in der Provinz in den 50er Jahren. Vor allem ist es aber eine wunderschöne, stilsichere Erzählung." (www.amazon.de )

"Delius ist ein virtuoser Schreibkünstler, der ein Stück seiner Kindheitsgeschichte mit ironischem Feinstrich festgehalten hat. Die älteren Leser werden an ihre eigene Lebensgeschichte erinnert; die jüngeren aber werden den Mythos der WM 1954 und damit ihre Eltern oder Großeltern besser verstehen lernen." (www.amazon.de)

Lesetipps

Frank Goosen: Weil Samstag ist (2010)
Uwe Timm: Die Entdeckung der Currywurst (1993)

Empfohlen


Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde  - Delius, Friedrich Christian Niveau 4

Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde

Autor:Delius, Friedrich Christian
Erscheinungsjahr:1994
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Verlagsort:Reinbek bei Hamburg
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Gattung:Biographische Erzählung
Thema:Aufwachsen
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Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde

Autor:Delius, Friedrich Christian
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Gattung:Biographische Erzählung
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Autor:Delius, Friedrich Christian
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Gattung:Biographische Erzählung
Thema:Aufwachsen
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Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde ist eine autobiographisch geprägte Erzählung von Friedrich Christian Delius. Das Buch erschien 1994 beim Verlag Rowohlt und wurde anschließend in den Feuilletons verschiedener Zeitungen (FAZ, Tagesspiel) positiv rezensiert. Die Erzählung wurde unter anderem ins Amerikanische, Dänische, Französische sowie Italienische übersetzt und gehört zum Bücherkanon deutscher Schulen. Delius' Werk wurde als Hörbuch zweimal vertont, Sprecher waren die Schauspieler Jürgen Uter und Peter Lohmeyer.

Inhalt

Es ist der 4. Juli 1954, der Sonntag, an dem die deutsche Mannschaft um Trainer Sepp Herberger und Kapitän Fritz Walter zum ersten Mal Fußballweltmeister werden wird. Die Handlung des Buches spielt allerdings nicht am Endspielort Bern in der Schweiz, sondern in der westdeutschen Provinz, genauer gesagt im hessischen Dorf Wehrda bei Marburg. Protagonist und Erzähler ist ein 11-jähriger Pfarrerssohn, von Schuppenflechte, Sprachbehinderung und Schulängsten geplagt.
Er erlebt auch an diesem besonderen Tag die typischen Sonntagsrituale seiner christlichen Umgebung: Das viertelstündige Glockengeläut zum Sonntagmorgen, das Sonntagsfrühstück mit Kakao und Johannisbeergelee, die Sonntagspredigt in der evangelischen Kirche des Vaters, Mittagessen mit dem Sonntagsbraten und die anschließende obligatorische Ruhepause.
Aus dieser Routine entflieht der Junge mit Hilfe des Radios und der legendären Übertragung des Spiels zwischen Deutschland und Ungarn. Obwohl weit entfernt fühlt sich der Junge fasziniert von den "Fußballgöttern" und "Teufelskerlen" und entdeckt sich sowie seine Umgebung neu.

Schwierigkeitsgrad

Literarisches Niveau: Die grobe Erzählrahmen - die Geschehnisse des 4. Juli -  ist linear strukturiert und leicht nachzuvollziehen. Es gibt kaum Retrospektiven und Zeitsprünge in den Gedanken des Erzählers. Die Lebenswelt eines 11-jährigen Jungen sollte den Schülern bekannt sein, allerdings dürfte das historische Ambiente, die Nachkriegszeit, nicht jedem Schüler plastisch vor Augen sein. Zudem müssen die Schüler bereit sein, ausgebreitete seelische Gedankengänge und ein halb-offenes Ende reflektieren zu können. Der geringe Umfang des Buches erleichtert jedoch den Verständnisprozess, insofern scheint eine Einordnung in Niveaustufe 3 noch angemessen.

Sprachliches Niveau: Die unruhigen Gedanken des Ich-Erzählers manifestieren sich in einer Vielzahl von Hypotaxen, die durch ein vielfältiges Vokabular noch angereichert sind. Die kursiv markierten Begriffe und Fragmente im Text wie beispielsweise Bibelverse oder Eigennamen dürften der heutigen Schülergeneration wahrscheinlich nicht mehr viel sagen und bräuchten daher eventuell einer Erläuterung. Die Vielzahl an Metaphern kann ebenfalls als sprachliche Hürde gesehen werden, gibt dem Text allerdings auch seine markante Note. Um die Erzählung ausreichend rezipieren zu können, wird als Niveaustufe mindestens B2 angesetzt, C1 ist aber erforderlich, um den Stil würdigen zu können.

Didaktische und philologische Analyse

Dimensionen

Indikatoren

Hinweise zu komplizierenden Faktoren

Allgemeine Voraussetzung (um den Text verstehen zu können)

Bereitschaft

Die Motivation, den Text von Delius zu lesen, dürfte aufgrund seines lebensnahen Inhalts relativ hoch sein. Die Perspektive des 11-jährigen Erzählers sollte den Einstieg in die Erzählung erleichtern.

Interessen

Gerade Jungen, die den Literaturunterricht sonst eher demotiviert verfolgen, könnten durch die Thematik "Fußball" angesprochen werden. Geschichtlich interessierte Schüler könnten ebenfalls ein gesteigertes Interesse am Buch ausprägen.

Allgemeinkenntnisse

Historische Kenntnisse zur Epoche des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit, insbesondere in Deutschland, sind für das Verständnis der Erzählung unerlässlich. Besondere Problemfelder stellen die Entnazifizierung und das Wirtschaftswunder dar.

Dazu sollten Schüler soziologische Eigenheiten des dörflichen Milieus kennen, gerade während der 50er Jahre in Deutschland. Vorteilhaft ist sicherlich, dass die Schüler noch relativ nah an der Lebenswelt des jungen Protagonisten "dran sind" und dadurch schnell Empathie entwickeln dürften.

Spezifische kulturelle und literarische Kenntnisse

Die Erzählung ist gespickt mit religiösen Anspielungen und  Vergleichen, die für den Lesegenuss ein stilistisches Plus darstellen. Die Erzähltechnik ist durchaus speziell und sollte gesondert untersucht werden. Die Erzählung zeichnet sich durch eine variantenreiche Stilistik aus, insofern könnte auch hier eine vertiefte Analyse von Stilfiguren durchgeführt werden.

Fertigkeit bezüglich des Sprachgebrauchs und des literarischen Stils

Vokabular

Die Beschreibungen des Ich-Erzählers basieren auf einem fortgeschrittenen Vokabular, das durch die Epoche und die Umgebung (Beschreibung des Dorfes und der Kirche) geprägt ist.  Sie bleiben jedoch zu großen Teilen auf einer realistischen und damit auch für Jugendliche verständlichen Ebene, beispielsweise die Szene in der Küche und in der Kirche. Dialektale Elemente aus der hessischen Provinz sind kaum im Text zu finden.

Satzkonstruktionen

Delius reizt die Möglichkeiten der Syntax voll aus. Mehrzeilige Schachtelsätze treten in hoher Frequenz auf. Jedoch folgt die Sinnfolge einem logischen Schema und insofern versperrt die Struktur nicht den Zugang zum Textinhalt.

Markant sind die syntaktisch dichten Darstellungen des Ambientes, ein Beispiel: "Eine offene Haustür, die Sprünge drei Stufen hinab, fünf, sechs lange Schritte durch den schmalen Blumengarten, mach das Tür zu, die Hühner!, über den Hof und, an den Fliederbüschen und der Hoflinde vorbei, die dicke Mauer vorbei, das Einfahrtstor offen […]."

Die unvermittelte Einbindung von Imperativen sowie Lied-  und Verstexten fällt auch auf und führt zu einer Auflockerung der Beschreibungen.

Stil

Wie in der vorhergehenden Kategorie gezeigt, werden Familien- und Dorfleben im Umfeld des Ich-Erzählers umfassend dargestellt. Ebenso wird sein zerrüttetes Seelenleben umfassend beschrieben, beispielsweise in der Kirchenglocke-Szene zu Beginn des Buches.

Gerade die häufig anzutreffenden Metaphern und Sinnbilder erfordern zumindest Grundkenntnisse der Bibel, um angemessen interpretiert zu werden. Der Turmbau zu Babel oder die Erbsünde sind hierfür prägnante Beispiele .


Fertigkeit bezüglich
der literarischen
Verfahrensweise

Handlung

Die Dynamik der Erzählung ist relativ schwach ausgeprägt und nimmt erst mit der Radio-Übertragung des Fußballspieles aus Bern zu. 

Spannungselemente sind allgemein kaum vorzufinden, ausschließlich der latente Konflikt zwischen Sohn und seinem Umfeld bläht sich fortwährend auf.

Es dominieren langatmige Beschreibungen des Konfliktfeldes (Vater-Sohn-Konflikt, kirchlicher Einfluss, Routine & Alltag, Stottern...). Es ist daher möglich, dass die Schüler aufgrund des flachen Spannungsbogens und der vielen inneren Monologe relativ schnell die Lust an der Lektüre verlieren. Dies kann insbesondere der Fall sein, falls die Schüler ein spannendes Buch über ein Fußballspiel erwarten sollten.

Chronologie

Die erzählte Zeit der Erzählung ist konzentriert auf den Zeitraum zwischen Morgen und Nachmittag des 04. Juli 1954. Die Rahmenhandlung, in dem der Held agiert, zeigt einen beinahe spießige Reihenfolge: Aufwecken, Frühstück, Gang zur Kirche, Mittagsruhe & Teilhabe an der Radioübertragung. Das Verfolgen des Rahmengeschehens dürfte daher kein Problem für die Schüler darstellen.

Die Gestaltung der Erzählung ist prinzipiell auf die Situation des Jahres 1954 fokussiert. Zeitsprünge sind kaum zu registrieren und beziehen sich beinahe ausschließlich auf die jüngere familiäre Vergangenheit des Erzählers, also die Zeit von 1943 bis 1954. Vorausdeutungen sind spärlich vorhanden, obwohl die Erzählung in der Vergangenheitsform gestaltet wird. Insofern müssen die Schüler keine tiefergehenden Assoziationen ziehen, was die Lektüre erleichtern sollte. Im Gegenteil, dies kann ein Startpunkt für kreative Schreibprozesse darstellen.

Erzählstrang /-stränge

Mehrere Erzählstränge oder verschiedene Episodenhandlungen sind nicht zu verzeichnen. Das Werk konzentriert sich völlig auf die Zuspitzung der Konflikte des Ich-Erzählers.

Perspektive (n)

Die Schüler müssen sich in die Perspektive des Ich-Erzählers hineindenken, der die Geschehnisse im Jahr 1954 in der Vergangenheitsform darlegt. Jedoch ist nicht deutlich, wann der Erzähler die Geschichte vorträgt.
Perspektivwechsel finden nicht statt, zudem scheint die Darstellung des Erzählers keine signifikanten Brüche oder Manipulationen zu enthalten.

Bedeutung (sschichten)

In Delius' Erzählung sind mehrere Bedeutungsschichten vorzufinden. Von herausragender Wichtigkeit ist die persönliche Auseinandersetzung des Jungen mit der Familie und insbesondere mit dem Vater, die wiederum im Zusammenhang mit Kirche und Religion beleuchtet werden kann. Hier dienen bestimmte  Bedeutungselemente (Sprache als Machmittel) als Ansatzpunkte der Interpretation.

Fertigkeit bezüglich der literarischen Figurengestaltung

Charaktere

Tiefgründig charakterisiert werden Vater und Sohn, die in ihrer jeweiligen Disposition im Juni 1954 dargestellt werden. Der Entwicklungsweg dorthin wird implizit aufgezeigt, innerhalb der Geschichte selbst bleibt die Charakterentwicklung stabil.
Die Identifikation des Lesers dürfte sich vor allem auf den Jungen fokussieren, zum Vater wird dagegen wohl eine kritische Distanz aufgebaut werden. Dass der Vater "in Personalunion" auch Pfarrer ist, erzeugt theologisch gesehen ein raffiniertes  Doppelspiel, welches jedoch für viele Schüler nicht leicht verständlich sein könnte.

Zahl der Figuren

Die Anzahl der tragenden Charaktere der Erzählung ist äußerst übersichtlich und beschränkt sich auf das nähere familiäre Umfeld des Protagonisten.

Verhältnisse

Das Verhältnis zwischen dem Jungen und seiner Familie ist ein tragendes Element der Erzählung. Die sich anbahnende Veränderung dieser Beziehung aufgrund der Ereignisse des 04. Juli 1954 muss vom Schüler erkannt werden.

Benutzte Quellen

Delius, F. C. (2010): Der Tag, an dem ich Weltmeister wurde. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.
Homepage von F. C. Delius: http://www.fcdelius.de

Relevante Quellen

Denneler, I. (1994): Gott als Abseitsfalle? In: Der Tagesspiegel, 01.05.1994.
Durzek, M. & H. Steinecke (1997): F. C. Delius. Studien über sein literarisches Werk. Tübingen: Stauffenburg-Verlag.
Garbe, J. (2002): Deutsche Geschichte in deutschen Geschichten der neunziger Jahre. Würzburg: Königshausen & Neuman, S. 111-117.
Herold, T. (2006): Friedrich Christian Delius, der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde. Unterrichtsmodelle mit Kopiervorlagen. Berlin: Cornelsen.
Żyliński, L. (2010): Autobiographie als erlebte Zeitgeschichte. Zu zwei Erzählungen von Friedrich Christian Delius. In: Gansel, C. & P. Zimniak (Hrsg.): Das "Prinzip Erinnerung" in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur nach 1989. Göttingen: V & R Unipress, 87-95


Verarbeitung und Vertiefung

Für den allgemeinen Einstieg eignet sich sicherlich eine deskriptive Analyse der Handlung. Auf höheren Niveaus (ab Stufe 3) sollten diese Aspekte vertieft werden, beispielsweise mit einer detaillierten Erläuterung der Erzählperspektive in Verbindung mit einem kreativen Schreibauftrag.
Einzelne Aspekte wie der Vater-Sohn-Konflikt oder die Fußball-WM 1954 können getrennt behandelt werden. Für Schülergruppen auf einer höheren Niveaustufe wäre sicherlich eine Verbindung dieser Erzählelemente anzustreben. Gerade der Themenblock "Fußball" bietet einen interessanten Verbindungspunkt mit den Medien Film und Radio an. Die berühmte Reportage von Herbert Zimmermann oder die cineastischen Werke von Sönke Wortmann ("Das Wunder von Bern", "Deutschland. Ein Sommermärchen.") können in Beziehung zu Delius' Erzählung gesetzt werden. Hier ist es auch möglich, eigene mediale Produkte wie eine Radioreportage zu erstellen und ihre Wirkung zu analysieren. Ein solches Projekt würde zu einer stärker schülerzentrierten Auseinandersetzung mit dem Text führen.
Allgemein gilt: Je größer das historische und theologische Weltwissen der Schüler ist, desto vielfältiger können die Aufgaben gestaltet und eingesetzt werden. Eine Erläuterung der Mythen, Vergleiche und Metaphern kann nur dann gewinnbringend sein, wenn die Schüler entsprechende kulturhistorische Kenntnisse besitzen. Es erscheint in jedem Fall sinnvoll, den historischen Rahmen der Erzählung (also die Nachkriegszeit in Deutschland) abzustecken, um die Schüler diesbezüglich nicht orientierungslos zu lassen.

erstellt von

Stefan Witzmann